Asbestsanierung von Gebäuden bleibt große Herausforderung

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  1. Erfahrungsaustausch „Asbest“ in der BAuA in Dortmund

Dortmund – In einer gemeinsamen Veranstaltung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) und der obersten Arbeitsschutzbehörden der Länder diskutierten am 4. November 2014 über 80 Expertinnen und Experten die Problematik, die sich durch asbesthaltige Bauteile und Materialien in Gebäuden und Anlagen ergeben. Dabei kamen mögliche Konsequenzen für die Fortentwicklung des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts zur Sprache. Die Teilnehmenden am 2. Erfahrungsaustausch „Asbest“ kamen aus dem Kreis der Abfallwirtschaft, des Sanierungsgewerbes, der Wohnungs- und Bauwirtschaft, der Sozialpartner, der Unfallversicherung sowie der Bau-, der Abfall- und der Arbeitsschutzbehörden

Auch mehr als 20 Jahre nach dem umfassenden Verbot der Herstellung und Verwendung von Asbest in Deutschland ist diese stark krebserzeugende Mineralfaser immer noch allgegenwärtig. Die großen Mengen asbesthaltiger Bauteile und Materialien im heutigen Gebäude- und Anlagenbestand, die große Anzahl der Beschäftigten, die auch heute noch Asbestfasern ausgesetzt sind, und der ausbleibende Rückgang der asbestbedingten Berufserkrankungen kennzeichnen den Handlungsbedarf.

Im Erfahrungsaustausch wurde deutlich, dass bei vielen Baumaßnahmen im heutigen Gebäudebestand früher verbaute asbesthaltige Materialien auftreten, die dann vielfältige Probleme bei der Bauausführung zur Folge haben. Auch werden asbesthaltige Materialien bei Baumaßnahmen häufig nicht erkannt, so dass bei den Arbeiten Asbestfasern freigesetzt werden und die Beschäftigten, Bewohner und Nachbarn gefährdet sein können. Zudem führt das Nichterkennen von Asbestmaterialien bei Baumaßnahmen dazu, dass die dabei entstehenden asbesthaltigen Abfälle nicht sachgerecht entsorgt werden. Eine nicht sachgerechte Entsorgung ist jedoch mit erheblichen Gefahren für Mensch und Umwelt verbunden.

Die Diskussion der Tagungsteilnehmer offenbarte die Notwendigkeit, die Anforderungen des Gefahrstoff-, Bau- und Abfallrechts, die Asbest betreffen, an die aktuelle Situation anzupassen und besser aufeinander abzustimmen. Die Teilnehmer des 2. Erfahrungsaustausches „Asbest“ waren sich einig, dass die Asbest-Problematik weiterhin eine besondere Herausforderung darstellen wird, um auch die kommende Generation vor dieser gefährlichen Faser nachhaltig zu schützen.

Comments (0) Nov 05 2014

Asbest: Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland

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Asbest ist ein Naturstoff, der seit mehr als 100 Jahren in industriellen und verbrauchernahen Bereichen Verwendung gefunden hat. Mehr als 3500 Produkte wurden aus Asbest hergestellt, der Verbrauch in Deutschland (West) betrug in den Jahren 1950 bis 1985 etwa 4,4 Mio. Tonnen. Auch heute noch wird Asbest in einigen Ländern abgebaut. Dabei birgt Asbest hohe Gesundheitsgefahren, denen vor allem Arbeitnehmer ausgesetzt sind. Seit 1942 ist in Deutschland Lungenkrebs in Verbindung mit Asbestose offiziell als berufsbedingte Erkrankung anerkannt. Trotzdem wurde viel zu spät auf die asbestbedingten Gefahren am Arbeitsplatz reagiert, erst 1972. Die Latenzzeit zwischen Asbestbelastung und Krebserkrankung beträgt durchschnittlich mehr als 30 Jahre. Jährlich kommen heute etwa 7000 neue Anzeigen über asbestbedingte Berufskrankheiten in Deutschland hinzu. Jede zweite Berufskrankheit mit tödlichem Ausgang, mehr als 1000 jährlich, ist durch Asbest verursacht.

Der Artikel „Asbest – Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland“ informiert auf Basis der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) über Herstellungs- und Verwendungsverbote für asbesthaltige Gefahrstoffe, über Schutzmaßnahmen für den Umgang mit Asbest am Arbeitsplatz und die Technische Regel für Gefahrstoffe, TRGS 519 „Asbest – Abbruch-, Sanierungs- oder Instandhaltungsarbeiten“.

Asbest: Regelungen zum Schutz der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland.
Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2013. 5 Seiten, PDF-Datei
Link zum Volltext (PDF-Datei, 124 KB)

Comments (0) Jan 22 2014

Richtlinie VDI 3492 Entwurf, Ausgabe 12-2011

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Messen von Innenraumluftverunreinigungen – Messen von Immissionen – Messen anorganischer faserförmiger Partikeln – Rasterelektronenmikroskopisches Verfahren

Die VDI Richtline 3492 Entwurf, Ausgabe 12-2011 beschreibt ein Verfahren zur Bestimmung der Faserzahlkonzentration anorganischer faserförmiger Partikeln in der Innenraumluft oder in der Außenluft sowie deren Zuordnung zu bestimmten Faserklassen (Chrysotil, Amphibolasbest, Calciumsulfat, sonstige anorganische Fasern). Die Faserzählung und Faserzuordnung erfolgt mit dem REM/EDXA-Verfahren (Rasterelektronenmikroskop/energiedispersive Röntgenanalyse). Die Nachweisgrenze des Verfahrens liegt unter den in der Richtlinie festgelegten Standardbedingungen bei einer Faserzahlkonzentration von 300 m-3. Hinweise zur Differenzierung von Produktfasern und zur Bestimmung organischer Fasern werden gegeben.

Comments (0) Jun 17 2012

Asbest – auch heute noch eine akute Gefahr

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Auch 19 Jahre nach seinem Verbot in Deutschland hat der einst so beliebte und heute verhasste Baustoff Asbest erneut 1375 Menschen im Jahr 2009 das Leben gekostet und Tendenz steigend. Insgesamt starben 2009 fast 3000 Menschen an einer Krankheit, die sie durch ihre berufliche Tätigkeit erlitten haben. Die Zahl der durch Asbest bedingten Todesfälle lag mit 1375 fast doppelt so hoch wie die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle im Jahr 2009 bei 622 Toten. Dies sind die offiziellen Zahlen der Berufsgenossenschaften für anerkannte Krankheitsfälle. Die Dunkelziffer an Todesfällen, die nicht berufsbedingt erfasst wurden liegt um etliches höher.
Trotz umfangreicher Sanierungen ist noch längst nicht der gesamte Asbest in Gebäuden saniert worden. In der Schweiz, die ein sehr umfangreiches Asbestkataster angelegt hatten, sind noch circa 30% der asbestbelasteten Gebäude nicht saniert. In Deutschland dürften die Zahlen in etwa ähnlich sein. Deshalb hören auch die Asbestmeldungen in den Tageszeitungen nicht auf. Täglich findet man Meldungen wie diese:
· …. Asbest bremst Abriss des Constucta Gebäudes aus …… (9.5.2012)
· …. Asbestalarm in Annington Wohnungen…..(5.5.2012)
· …. Krefeld: Stadt stoppt Kita-Bau wegen Quecksilber, Schwermetallen und Asbest im Boden….(4.5.2012)
· …. Solingen: Asbest im Pavilion – Umzug für 76 Kinder….. (29.4.2012)
Wir werden noch Jahrzehnte mit dem Asbestproblem konfrontiert werden.

Comments (0) Jun 17 2012