Toter auf Baustelle – Bauarbeiter fiel von Gerüst und verstarb noch an der Unfallstelle

Posted: Juni 17th, 2012 under Sicherheits- und Gesundheitskoordinator.
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Diese Horrormeldung möchten Sie als Bauherr und als Sicherheitskoordnator auf keinen Fall von Ihrer Baustelle hören. Doch leider kommt dies nur allzu häufig vor. Im Jahr 2009 verstarben 622 Menschen bei Arbeitsunfällen, viele davon im Baubereich. Deshalb ist es um so wichtiger, dass die Sicherheitsvorschriften auf Baustellen eingehalten und überwacht werden. Für die Sicherheits- und Gesundheitskoordination ist ein Sicherheitskoordinator verantwortlich, der vom Bauherren eingesetzt wird. In der RAB 30 werden die Tätigkeiten und Aufgaben, sowie die Qualifikation eines Sicherheitskoordinator beschrieben. Wichtig im diesem Zusammenhang ist, dass sich der Sicherheitskoordinator ständig weiterbildet und auf dem aktuellen Stand der Regeln und Vorschriften ist.
Als weiteres Beispiel kann hier der Tod eines Unternehmers angeführt werden. Ein Bauunternehmen sollte die Maurerarbeiten für ein neues Betriebsgebäude neben einer Stahlbauhalle ausführen. Im Dünnbettklebeverfahren entstand eine 30 Zentimeter starke, 12 Meter lange und drei Meter hohe Wand aus Porenbetonsteinen. Die Wand war zunächst nur an einer Seite durch eine aussteifende Querwand gesichert, die andere Seite war frei. Als plötzlich ein Unwetter aufzog, suchten der Unternehmer undein Mitarbeiter schnell Schutz hinter der Mauer. Doch die Windböen waren so stark, dass die im Dünnbettverfahren erstellte Wand umstürzte und die beiden Männer unter sich begrub. Der Mitarbeiter konnte mit Kopfverletzungen gerettet werden. Der Unternehmer starb noch am Unfallort. Ein Prüfingenieur ermittelte, dass bei einer Windgeschwindigkeit von 35 km/h bereits eine „klaffende Fuge“ entsteht und das Kippen beginnt. Ab 44 km/h ist mit einem Umsturz der Mauer zu rechnen. Zum Unfallzeitpunkt fehlten die aussteifenden Querwände beziehungsweise eine durch ihr Eigengewicht ebenfalls stabilisierende Stahlbetondecke. Immer wieder werden die Gefahren durch Windkräfte beim Bauen unterschätzt. Vor allem in den Bauzwischenphasen, wie in diesem Fall, ist auf aussteifende Querwände oder Verstrebungen zu achten, die die nötige Sicherheit gegen Wind gewährleisten. Auf keinen Fall ist Schutz hinter noch nicht gesichertem Mauerwerk zu suchen. (Quelle Publikation Berufsgenossenschaft)
Hier ist das Wissen und die Erfahrung von Sicherheits- und Gesundheitskoordinatoren gefragt um solche möglichen Gefahrstellen zu erkennen und vorsorglich zu beseitigen, damit diese Unfälle nicht passieren.
Quelle: Publikation der Berufsgenossenschaften

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